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Mauerstücke- Erinnerungsgeschichten


Auf dieses Buch bin ich Stolz, es ist für mich etwas Großes. Nicht, dass meine Schreibleistung daran groß gewesen wäre, die ist  ganz normal erzählt, leicht berlinert, wie ich eben so erzähle, wenn ich was erzähle. Was ich erzählte war alltägliche Nachwendeerfahrung, meine.
Aber, groß war, dass Patricia Koelle und ich dieses Projekt von Beginn an gestalten konnten, von der Durchführung der Ausschreibung bis zur Auswahl der Erzählungen, das ist mehr als ein Autor, eine Autorin normalerweise erledigen darf.
Und dann so ein Thema, so ein wirklich brisantes geschichtliches Ereignis, das wir im Alltag erlebt haben und welches bei  vielen Menschen Emotionen hervorruft, die durchaus nicht immer nur positiv sind.

Was das für eine Fülle von Geschichten bietet!

Allein die Dinge, an die man sich selbst noch erinnert, sind staunenswert und verwunderlich.Und jeder einzelne hat anderes erlebt und setzt andere Schwerpunkte in seiner Erinnerung, ist nicht schon das hochinteressant zu beobachten?

So in etwa waren unsere Gedanken, als wir, zwei Berliner Autorinnen, ich aus dem Ostteil, Patricia   aus dem Westteil der Stadt, in der Nähe des Potsdamer Platzes uns zu einer Tasse Kaffee trafen und glücklich waren, dass uns das möglich war. Schnell war  die Idee geboren,den Verleger Dr. Ronald Henss zu überzeugen, mit uns  ein Schreibprojekt anlässlich des 20. Jahrestages zum Mauerfall zu starten.

Nur, dafür war die Zeit schon zu kurz, aber - zum Glück hatten sich die Ereignisse damals fast überschlagen und so haben wir ein Jahr später  20 Jahre Wiedervereinigung Deutschlands zu feiern.
Hehe, das ist doch genauso passend als Anlass ein solches  Buch herauszugeben!

Wie bei jeder Ausschreibung ging es mit den Einsendungen erst langsam, gemächlich los und kurz vor Einsendeschluss überschlugen sich dann die Zusendungen so, dass regelmäßig der Postkasten überfüllt war und keine mails mehr annehmen wollte.
Dann hatten wir über 250 Geschichten gelesen und uns darüber ausgetauscht, warum wir eine Geschichte gut fanden.
Die für gut befundenen Geschichten wurden nochmals gelesen um zu schauen, ob sie ein möglichst breites Spektrum abdecken. Dreizig Geschichten über Familienzusammenführung sind ja für den Leser auch etwas einseitig, egal wie gut geschrieben, oder?


Beinahe hätte ich selbst noch eine Geschichte geschrieben, um den Leuten, die eine Vision von einer freien DDR hatten, von der Möglichkeit, Sozialismus mit menschlichem Anglitz zu gestalten, eine Stimme zu geben. Denn eigenartiger Weise, nicht eine Einsendung hatte diesen Tenor, so als hätte nie irgend jemand den Aufruf "Für unser Land" unterschrieben, den damals auch Christa Wolf und Friedrich Schorlemmer unterschrieb. Und ich habe  Verständnis für diese Empfindungen, dachte damals aber, dass die deutsche Wiedervereinigung den endgültigen Abschluss der N
achkriegsära bedeutet und fand sie schon deshalb wünschenswert. 
Aus diesem Grund habe ich lange gebraucht, eine passende Erzählperspektive zu finden, zu lange, da war die Ausschreibung schon gelaufen, als ich sie endlich hatte. Aber nun habe ich sie gefunden und dann will sie auch zu Papier, da wird für mich das Thema Wiedervereinigung Deutschland mit diesem Buchband allein noch nicht ganz erledigt sein.

Sehr glücklich bin ich darüber, dass so vielbeschäftigte Männer wie Walter Momper und  Andre Schmitz sich die Zeit genommen haben, für unser Buch ein Vor- und ein Geleitwort zu schreiben. Ich sehe darin eine Anerkennung der Arbeit der Autorinnen und Autoren.

Auf meinem Blog stelle ich in loser Folge  3-Satz-Leseproben aus den Geschichten des Buches vor, vielleicht macht das ja neugierig auf mehr...

Es ist für mein Empfinden ein wirklich gutes Buch geworden, schön auch, dass Frau E. Koelle so ausführlich die Mauer mit ihrem Fotoaparat dokumentiert hatte und die Bilder zur Verfügung stellte.
 

 

 

 

 

 

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