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Der Volkspark Friedrichshain ist die erste kommunale Parkanlage Berlins, die im 19. Jahrhundert für die zunehmend in beengten Wohnverhältnissen lebenden Menschen zur Erholung angelegt wurde.
Der im landschaftlichen Stil errichtete Park geht auf den preisgekrönten Entwurf von
Gustav Meyer ,
einem Schüler von
Peter Joseph Lenné zurück.
Meyer gestaltete das hügelige Gelände mit langen Spazierwegen und mit Grünflächen für Spiel und Sport.
Im Laufe der Zeit wurde die Anlage mehrfach verändert und wegen der starken Kriegsschäden nach 1945 neu gestaltet.
Aus Bunkerruinen und Trümmerschutt entstanden der 78 m hohe Große Bunkerberg und der 48 m hohe Kleine Bunkerberg, die den Park nun prägen.

Der 1913 eingeweihte Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain, errichtet nach Plänen des Stadtbaurates Ludwig Hoffmann, nimmt innerhalb der Berliner Brunnenlandschaft eine herausragende Position ein. Neben der Größe der Anlage ist es vor allem der Skulpturenschmuck in einer weichen, eher malerischen Ausprägung des Art Deco, welcher im Auftrag Hoffmanns von den süddeutschen Künstlern Ignatius Taschner, Georg Wrba und Josef Rauch geschaffen wurde.

Zur Entstehungszeit des Brunnens maß die Anlage insgesamt 172 m, in deren Verlauf sich die unterschiedlichste Architektur und Skulpturelemente befanden. Die gesamte Anlage wurde durch eine übermannshohe Buchenhecke eingefasst. Ausgehend vom Königstor, dem Haupteingang zur Parkanlage im Westen, erschloss sich zunächst ein mit Blumenbeeten gesäumter Vorplatz, der sich zu einem schmalen Weg verengend, schließlich den Blick auf den Kaskadenbrunnen mit seinen vier geschweiften Becken freigab.

In seiner Bausubstanz recht gut erhalten ist der östliche Abschluss der Kaskade. Sie besteht aus einer halbrunden neunfachen Arkatur mit Pilastergliederung und seitlich durch Doppelsäulen gefassten Bögen. Der obere Abschluss der Arkadenreihe besteht aus einer Brüstung mit 14 Tierfiguren. Nicht mehr in seiner ursprünglichen Form erhalten ist der Brunnenplatz selbst. Er wurde von steinernen Bänken mit hohen Mauern als Rückenlehnen und seitlich gestellten Postamenten mit darauf gesetzten steinernen Obst- oder Blumenschalen flankiert. Ebenso fehlen die Hermenfiguren in den seitlichen Heckenwegen. Hinter den Arkaden führt ein Weg zum Delfinbrunnen, der mit Skulpturengruppen, Pfeilern mit Obst-/Blumenkörben und schlichten Steinbänken ausgestattet ist. Das Ende der Hauptachse im Osten bildete ein Weg mit einem ovalen Platz und rückwärtigen Tor.

War die Anlage bis zum 2. Weltkrieg weitgehend unverändert erhalten, wurde sie während des Krieges zum großen Teil zerstört. Mit dem städtebaulichen Ziel, Erholungsstätten für die Bevölkerung so schnell wie möglich wieder benutzbar zu machen, wurde die Brunnenanlage innerhalb von einem knappem Jahr im Zeitraum 1950/51 in vereinfachter Form wieder hergestellt.

Der Volkspark Friedrichshain (inkl. Märchenbrunnen) ist als öffentliche Grün- und Erholungsanlage gewidmet und seit 1959 als Gartendenkmal in die Denkmalliste Berlin eingetragen.

In den 1970er Jahren wurden die Gartenanlagen seitlich des Delfinbrunnens komplett umgestaltet und durch neue Wegeführungen erschlossen. Ebenso verändert wurde der Eingangsbereich an der Ecke Friedenstraße/ Straße am Friedrichshain: Durch die Verlegung des Eingangsportals weiter nach innen zum Brunnen verlor die Anlage ihren ehemaligen Vorplatz.

Die Oberflächen der Märchenfiguren von 1951 zeigten sich stark verwittert, mit unscharf gewordenen Konturen und partiellen Farbbeschmierungen. Aus diesem Grund erfolgte im Jahr 2003/04 die originalgetreue Nachbildung der zehn Märchenfiguren. Als Vorlagen für die Herstellung der Steinkopien dienten historische Abbildungen, Gipsmodelle und Bronzeabgüsse, die heute im Ignaz Taschner Gymnasium Dachau stehen. Die gefertigten Kopien, die derzeit bei der Fa. Naturstein Krause eingelagert sind, sollen sobald die Sicherheitstechnik und der Zaun eingerichtet sind, am Originalstandort aufgebaut werden

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